ECMO/ ECLS - Zentrum / Zentrum für Intensivmedizin
Notfallkontakt/ mobiles ECMO-Team (24h/ 7 Tage)
06421-586-2000
Die Klinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin mit angeschlossenem zertifiziertem Cardiac Arrest Zentrum (MCAC) ist Teil des ECMO/ECLS- und intensivmedizinische Zentrums des Universitätsklinikums Marburg und bietet eine hochspezialisierte Versorgung von Patienten mit lebensbedrohlichem Herz- und Lungenversagen.
Als überregionales Referenzzentrum stehen wir rund um die Uhr für die Beratung, Therapieentscheidung und Übernahme von Patienten mit komplexen intensivmedizinischen Krankheitsbildern zur Verfügung.
Extrakorporale Organunterstützung (ECMO/ECLS)
Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) bzw. der Extracorporeal Life Support (ECLS) sind zentrale Bestandteile unseres intensivmedizinischen Behandlungsspektrums. Diese Verfahren ermöglichen bei schwerstem kardialem und oftmals kombinierten pulmonalem Versagen eine temporäre Stabilisierung der Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion und schaffen Zeit für Erholung, definitive Therapie oder weiterführende Entscheidungen.
Interdisziplinäres intensivmedizinisches Konzept
Die Behandlung erfolgt in einem interdisziplinären intensivmedizinischen Setting unter enger Zusammenarbeit von:
- Kardiologie, Angiologie und internistischer Intensivmedizin
- Anästhesiologie und operativer Intensivmedizin
- Herzchirurgie
- spezialisierten Pflegekräften, Perfusionisten und Therapeuten
Patienten werden auf unseren spezialisierten Intensivstationen durch erfahrene Teams mit hoher Expertise in der Versorgung von ECMO/ECLS-Patienten betreut.
Indikationen für ECMO/ECLS
Der Einsatz der primär venoarteriellen (vaECMO) aber auch multimodalen, kombinierten Verfahren erfolgt leitliniengerecht (ELSO-Kriterien, nationale S3-Leitlinien), u.a. bei:
Schwerem kardialem Versagen
- kardiogener Schock bei reversibler Ursache (z.B. akuter Myokardinfarkt, fulminante Lungenembolie, Myokarditis)
- septischer Schock mit septischer Kardiomyopathie (low-cardiac-output-Syndrom)
Herz-Kreislauf-Stillstand (ECPR)
- beobachteter Kreislaufstillstand mit sofortiger Reanimation
- potenziell reversible Ursache
- schockbarer Rhythmus oder PEA bei Verdacht auf Lungenembolie
Kombiniertem Herz-Lungenversagen
- kardiogener Schock bei reversibler Ursache und
- therapierefraktäre Hypoxämie (PaO₂/FiO₂ < 60–80 mmHg trotz lungenprotektiver Beatmung, adäquatem PEEP und Bauchlagerung)
- bronchopleurale Leckagen
Zentrale Kontaktaufnahme – 24/7
Die Kontaktaufnahme erfolgt ausschließlich telefonisch über unsere zentrale intensivmedizinische Rufnummer.
Unsere erfahrenen Intensivmediziner stehen Ihnen 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche für:
- fachliche Beratung
- Einschätzung der ECMO/ECLS-Indikation
- Diskussion von Therapiealternativen
- Organisation einer möglichen Verlegung oder
- Abstimmung eines ECMO/ECLS-Transfers sowie eines möglichen mobilen Einsatzes mit Vor-Ort-Implantation im Rahmen eines Rendezvous-Verfahrens im KH
zur Verfügung.
In einem kollegialen Austausch entscheiden wir gemeinsam über das weitere Vorgehen.
Verlegung und ECMO-Implantation im Rendezvous-Verfahren
Die Dringlichkeit sowie die Art der Verlegung in unser ECMO/ECLS- und intensivmedizinisches Zentrum richten sich nach dem Schweregrad des kardialen und pulmonalen Versagens.
Eine Übernahme kann je nach Situation erfolgen über:
- bodengebundenen Intensivtransportwagen (ITW)
- luftgebundenen Intensivtransporthubschrauber (ITH)
In besonders kritischen Fällen besteht zudem die Möglichkeit einer ECMO-Implantation bereits vor Ort durch unser spezialisiertes mobiles ECMO Team.
Einbindung der Angehörigen
Vor einer möglichen Verlegung sollte ein Gespräch mit den Angehörigen erfolgen, in dem:
- die intensivmedizinischen Therapieoptionen
- Chancen und Risiken der ECMO/ECLS-Therapie
- potenzielle Risiken des Transports
transparent erläutert werden. Die Zustimmung zur Übernahme in unser Zentrum ist Voraussetzung.
Kontakt
Zentrale ECMO/ECLS- und Intensivmedizin-Hotline: 06421-586-2000
Erreichbarkeit: 24/7